KK Erlebnisbericht L. A. Dan Inosanto
Dienstag, 20. Februar 2007 0:02
Mein Treffen und meine Demo bei Dan Inosanto in seiner Academy in L.A.
Manfred Steiner hatte Dan Inosanto vor und nach meinem Demo-Lehrgang in Hannover im Kenpokan eine Mail über mich geschrieben. Zum anderen hatte ich Dan auch noch eine Mail mit meine Video-Links geschickt.
Gleich am ersten Tag in L. A. fuhren wir zu der Schule von ihm. Sie war gar nicht so leicht für uns zu finden.
Außerdem waren wir sehr spät dran. Es war schon 20.00 Uhr. Alles war sehr viel später geworden, da sie unseren Kindersitz und unsere Sportkarre in London vergessen hatten. Das hat uns drei Stunden auf dem Flugplatz gekostet. Wir waren um 13.00 Uhr Ortszeit gelandet und hatten erst gegen 18.00 Uhr unseren Mietwagen.
(Kleiner Tip am Rande. Man kann ruhig einen kleineren Mietwagen Buchen. Vor Ort kann man für ein paar Dollar am Tag upgrade,einen viel größeren bekommen. Wir haben so 650 Euro gespart.)
Dann, wie gesagt brauchten wir bis 20.00 Uhr um seine Schule zu finden.
Dort angekommen sahen wir ihn durchs Fenster unterrichten. Es war das erste mal, das ich ihn sah. Er sah mich und schaute zu mir herüber. Darauf hin ging ich hinein. Ich meldete mich bei seiner Sekretärin an. Ich sagte ihr wer ich bin und das ein Freund, Manfred Steiner mich schickt und das ich einen Brief für Guru Inosanto über mich habe und das ich gerne mit ihm sprechen möchte.
Sie sagte mir, das ich Guru Dan heute nicht treffen könnte, da er am unterrichten ist. Ich sollte meine Tel. Nr. hinterlassen. Seine Frau würde sich dann wegen eines Termins bei mir melden.
Drei Wochen später bekam ich von ihr einen freundliche Absage per Mail. Da waren wir schon längst in Portland angelangt.
Ich rief sofort meinen Freund Manfred Steiner an und erzählte ihm davon. “Ich werde ihn noch mal mailen”. Sagte er mir.
Das konnte ich mir naturgemäß nicht gefallen lassen. Ich nahm mir fest vor, so bald ich wieder in L. A. bin, fahre ich hin und spreche ihn einfach an!!!!
Als wir dann wieder an seiner Schule ankamen, das war an unserem viertletzten Tag, war seine Sekretärin plötzlich ganz freundlich und sagte uns, das Guru Dan schon nach Hause gegangen sei. Wenn wir wollten, könnten wir aber am nächsten Tag zum “Zuschauen” um 17.00 Uhr da sein. Er macht dann von 17.00 Uhr bis 22.00 Uhr durchgehend Unterricht.
So fuhren wir am nächsten Tag zu 17.00 Uhr wieder hin. Ich nahm all meine Sachen mit, die ich für eine Demo brauchte.
Wir setzen uns in eine Zuschauerecke und sahen Dan Inosanto in voller Unterrichtsaktion. Er machte sogar das volle Aufwärmeprogramm mit und das mit seinen 69 Jahren. Dann haben wir zwei Stunden zugesehen, bei seinem Thai Box und seinem Messer Unterricht.
Ich habe noch nie einen so professionellen Unterricht gesehen. Er hat mich ziemlich beeindruckt. Auch was seine Fähigkeiten angeht, ist er enorm. Ich würde es in meiner Sprache als “mechanischen Techniker Profi” nennen.
Was zwischendurch sehr witzig war, ist, das meine kleinste, sie wird im Sep. 2 Jahre alt, immer wieder auf die Matten ging und die Aufwärmeübungen nach machte.
Sie schaffte es doch tatsächlich, die angespannte respektvolle Trainingssituation für die, die sich gerade aufwärmten und für die Zuschauer, aufzulockern.
Sie jauchzte und lachte laut herum. Dan Inosanto störte es nicht. Einmal lief sie sogar zu den Sandsäcken zwischen den trainieren Leuten hindurch und schlug und trat drauf. Dan I. ging zu ihr hin und schütze sie, bis ich sie weg holte. Da kam kein unfreundlicher Blick von ihm. Das fand ich gut. Scheinbar mag er Kinder.
Dann machte er eine kleine Pause, die ich sofort nutzte und zu ihm ging. Ich sprach ihn an und sagte das ich einen Brief von seinem freund Manfred Steiner hätte und aus Deutschland komme.
Er wußte sofort bescheid. Also hatte er doch die Mails gelesen, und es kam mir so vor, als wenn er sich freute, das ich trotz der Absage seine Frau gekommen bin.
Ich erzählte ihm, das ich mich freuen würde, wenn ich hier etwas vorführen dürfte.
Er fragte mich, ob auch seine Schüler, die Instruktoren, die gerade eine Weiterbildung machten, dabei sein dürften! Jeder der will, gab ich sofort zurück.
“Dann stelle ich dich gleich mal vor und erkläre ihnen, wer du bist”, sagte er zu mir.
Was er dann auch Tat. Er sagte ihnen, das man mir eine Chance geben sollte, denn jeder ist mal klein angefangen und hat sich über jede Unterstützung sehr gefreut. Und das er sich freuen würde, wenn er in seinem Unterricht, mir meine Demo machen lassen dürfte.
Alle waren damit einverstanden.
Das fand ich schon toll, das der Lehrer die Schüler fragt, ob sie dazu bereit wären von ihrer Unterrichtszeit mir etwas zu schenken! Und sie wurden von mir dafür belohnt!
Es war nun 20.00 Uhr und um 21.00 Uhr bin ich dran!
So ging ich und zog mich langsam um. Plötzlich nahmen mich die anderen war und sahen mich interessiert nach.
Ich hatte meinen neuen Tai Chi Anzug an und ging auf die Matten. Machte meine Form, meine Steh- und Sitzmeditation. Dan unterrichtete gerade Escrima. Die waren alle ganz schön gut drauf. Die Stöcke wirbelten nur so herum. Dan erzählte immer sehr viel beim Unterricht. Er versuchte ihnen nahezubringen, das Martial Arts eine Lebenseinstellung ist, wenn man es tatsächlich ernst meint. Ja, das es sogar ein leben voll erfüllen kann. Er sprach mir aus der Seele. Er sprach auch davon, das Bewegungen wie ein Tanz aussehen sollten, dann werden sie frei von Brüchen. Wieder sprach er mir aus der Seele.
Dann ging sein Unterricht mit dem langen Stock weiter. Das interessierte mich besonders. Ich nahm mir auch einen langen Stock und machte meine Sachen. Immer wieder sahen einige zu mir herüber, was ich denn da für komische Bewegungen machte.
Dann war es 21.00 Uhr. Er stellte mich noch mal vor und fragte nochmals nach meinen Namen.
“Torsten” sagte ich. “Torsten”, sagte Dan, “wird uns nun etwas von seinem Stil zeigen.”
Jemand aus der Runde fragte mich, wie Torsten buchstabiert wird, was ich dann tat.
“Torsten is a German name! Why? Im a German guy!” Sagte ich in die Runde. Ein Lachen ging herum.
Puh, das hatte mich einwenig aufgelockert.
Dann erzählte und machte ich ihnen vor, was ich alles “nicht” mache. Also, nicht mit Schwung schlagen, nicht mit Schwung treten. Keine Sachen aus der Hüfte. Mich nicht vom Boden abdrücken…also alles das was sie die ganze Zeit zuvor mit vollster Begeisterung und Enthusiasmus gemacht hatten, mache ich nicht. Verdeutlichte ich ihnen!
Da guckten sie mich verständlicher Weise merkwürdig an. Dann machte ich meine freien Bewegungen und deutete Schläge und Tritte an.
Alles war still und voller Erwartung. Es sprang noch nichts über. Wie auch?!
So, dachte ich mir. Die brauchen jetzt was handfestes.
Ich sagte in die Runde, das ich nun Hilfe brauchte, da ich gerne Bauchschläge demonstrieren möchte.
Ich fragte, ob hier, wer besonders gute und kräftige Bauchmuskeln hätte.
Es meldete sich ein Afroamerikaner mit einem strahlendem Lächeln im Gesicht. Er war voll durchtrainiert, Muskelbepackt und ca. 1,90 m groß. Sein Gewicht schätze ich zwischen 90 und 100 Kilo.
Da hatte ich das perfekte Opfer! dachte ich mir.
Ich fragte ihm, ob ich ihm in seinen Bauch schlagen dürfte. Ja, nur zu, gab er mir zu verstehen. “Full Power? As a Boxer?” fragte ich ihm.
“Yes, yes!!” sagte er mit einem breitem Grinsen und nickte dazu.
So schlug ich dann mit voller Kraft auf seinen Bauch. Ich prallte, wie erwartet voll ab. Er zuckte nichtmal und grinste. Das tat ich dann noch zwei mal. Es bereitete ihm kein Problem diese Schläge mit seinen Sixpack zu fangen.
Nun schlage ich mit meiner Technik zu, kündigte ich ihm an.
“Sure, sure, come on” , gab er mit einem noch breiterem Grinsen zurück.
Dann schlug ich zu, und meine Faust prallte diesmal nicht ab und drang sehr tief in seinen Bauch ein.
Mit einem lautem Aufschrei krümmte er sich zusammen und kniete sich zu Boden
Ein Aufschrei ging durch die Runde. Das hatte keiner erwartet. Ich schaute zu Dan. Er machte große Augen, strahlte aber übers ganze Gesicht.
Mein Gegenüber verarbeite immer noch meinen Schlag. Ich half ihm hoch und fragte, ob er OK sei.
Nach einigen malen tiefen Luftschnappen, sagte er , “yes, it´s ok”
Ich fragte ihm, ob er es noch mal spüren möchte. Die meisten glauben nämlich es wäre nur ein Überraschungseffekt.
“Yes” sagte er. Mit dem Blick in seinem Gesicht “jetzt mache ich richtig zu”.
Doch es passierte genau das Selbe. Zwei mal schlug ich ihn mit der gleichen Wirkung in den Bauch, bis er genug hatte.
Er sagte mir, das noch nie jemand ihm solche Schmerzen im Bauch bereite hätte. Ich hätte einen sehr gefährlichen Schlag!
Das kommt davon, das deine Bauchmuskeln bei meinem Schlag weich werden! erklärte ich!
Hätte ich es nicht zuvor demonstriert, würden sie mir kein Wort glauben.
Ich fragte, ob noch jemand meinen Schlag spüren möchte.
Wie ein Blitz sprang jemand auf. Er war nicht so groß und kräftig, doch meine normalen Schläge konnte er auch gut verarbeiten.
Aber als ich dann mit meiner Technik zu schlug, schrie er auf als würde er aufgespießt und krümmte sich auf dem Boden. Das war wohl doch zu doll, dachte ich. Aber er gab mir zu verstehen, das es schon OK sei.
Nach dieser Schlagdemo was das Eis gebrochen und sie klebten an meinen Lippen. Ich versuchte ihnen meine Schlagtechnik zu nahe zu bringen. Interessiert hörten sie zu.
Dann nahm ich den langen Stock und zeigte ihnen auch hier zuerst, wie ich es nicht mache. Das ich nicht Schwinge und nicht aus den Gelenken arbeite. Also nicht, sowie sie es machten.
Dann zeigte ich ihnen wie ich mit dem Stock umgehe.
Dann fragte ich wieder nach Hilfe. Sofort meldete sich wieder der große Farbige. Ich bat ihm sich mir gegenüber zu stellen und erklärte ihm, das er sofort reagieren sollte, wenn er spürt, das ich mit dem Stock schlage.
Da ich zuerst mit Schwung schlug, reagierte und zuckte er schon in meinem Schlagansatz.
Dann schlug ich plötzlich mit meiner Technik kurz über seinen Kopf. Er hatte nichtmal mit den Augen gezwinkert. Er hatte keinerlei Reaktion oder Reflex. Nichts! Ein Staunen ging durch die Runde.
Um es noch mal deutlich zu machen, Schlug ich wieder mit Schwung. Er reagierte sofort. Seine Reflexe sind absolut in Ordnung, bestätigte ich ihm und den anderen. Auch Dan kam aus dem Staunen nicht mehr heraus!
Dann demonstrierte ich wieder meine Schlagtechnik. Immer und immer wieder stand er nur da als wäre nichts passiert. Dabei hatte ich dreimal kurz über seine Kopf hinweg geschlagen. Er konnte es nicht fassen.
Zur Auflockerung spielte ich einwenig mit dem Stock und erklärte dabei meine Prinzipien.
Man kann also mit dem Stock schlagen, ohne das irgendeine Abwehrreaktion entsteht. Ist das nicht interessant? gab ich in die Runde. Heftige Bestätigung kam mir entgegen.
Dann sagte ich, nun stellt euch mal vor, ich kann auch mit den Händen und Füßen so schlagen, das es keine Reaktion gibt. Das man es einfach nicht registriert.
Dazu machte ich meine tanzenden Kampfbewegungen und sagte zu Dan Inosanto gerichtet. Im Kampf sollte man sich bewegen wie im Tanz. Was er mir mit einem Nicken beantwortete.
Wiedermal stand mein farbiger Partner auf, nun wohl um so mehr zu testen, ob es stimmt was ich sagte.
Wir stellten und gegenüber und legten die Hände gegeneinander. Aus dieser Position versuchte ich ihm mit normalen Schlägen ins Gesicht zu schlagen. Er wehrte all meine Schläge mühelos ab. Er fühlte sich dabei sichtlich wohl. Aber ich glaube er ahnte schon was. Als ich dann mich plötzlich auf meine Weise bewegte, traf ich ihn mühelos ins Gesicht. Seine Hände und Arme bewegten sich fast nicht. Er stand da wie ein Anfänger. Er und die anderen kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ich zeigte ihnen eine völlig fremde Kampfkunst Welt.
Mit langsamen Bewegungen erklärte ich meine Schläge und Bewegungen. Auch bei diesen reagierte er in keiner Weise mit einer Abwehr. Er versuchte lediglich seinen Kopf wegzudrehen.
Dann ging ich zu den Tritten über. Wir stellten uns wieder gegenüber und ich versuchte ihn mit einem Karatetritt in den Bauch zu treten. Er wehrte mühelos ab. Dann trat ich auf meine Weise, und was passierte, er öffnete sogar seine Deckung und ich traf ihn in den Bauch. Dann wieder die Gegenprobe. Normale Kicks. Er wehrte alles problemlos ab. Gegen meine Tritte hatte er keine Chance. Jeder Tritt saß da, wo ich ihn hinhaben wollte.
Mitlererweile waren alle sehr still geworden. Hier passierte etwas, was sie nie erwartet hatten. Da kommt ein kleiner Deutscher daher und macht hier Sachen die sie nie für möglich gehalten hatten.
Doch ich war noch nicht fertig. nun wurde ich wirklich mutig. Ich hatte meine neuen Bruce Lee Handschuhe mitgenommen, mit denen ich einige Male gesparrt hatte.
Holte sie aus meiner Tasche und sagte, das ich dieses alles auch auf Boxhandschuhe übertrage könnte.
Fragte dann, ob hier jemand Lust hätte einen kleinen Sparringsfight mit mir zu machen.
Wie ein geölter Blitz stand mein farbiger Partner auf. Ein anderer holte auch wie ein Blitz seine Boxhandschuhe. Es schien so, als wenn sie sich auf etwas freuen würden. Freuen darauf, das nun ich eine Lektion erhalten werde.
Da ich dies sehr genau spürte, fing ich nun an Witze zu machen. Ich fragte, ob hier nicht doch jemand kleineres wäre der mit mir kämpft. Er ist mir doch einwenig zu groß.
Ein Lachen und eine Bewegung ging durch die Runde, die zu sagen schien, “das hättest du aber nicht machen sollen”! Doch ich war mir meiner Sache sicher.
Wir stellten uns boxerrisch gegenüber und dann ging es los. Ich boxte erst auf seine Weise. Er war vorsichtig geworden. Doch dann sah man, das er mich mit dieser Technik locker erreichte. Dann schlug ich in meine Bewegung um. Überbrückte ohne Gegenwehr oder Fluchtreflex die Distanz und traf ihm, ohne das er irgendwie reagierte voll am Kopf. Er war kurz weg.
Damit hatte keiner gerechnet. Das hat allen den Rest gegeben. Wir machten noch ein paar Kampfansätze und immer wieder traf ich ihn ohne Probleme.
Ich machte dann beim langsamen Schlag deutlich, das mein Schlag erst am Kopf beginnt, und man ihn deshalb nicht sehen oder registrieren kann. Und das mein Schlagraum bis hinter ihm geht. Bei dieser Demo fiel er nach hinten um auf den Boden.
Er sagte zu mir, das er keine Chance gegen mich hat. Das ich es auch mit jedem von seinen Größe aufnehmen könnte.
“Glaubst du das wirklich, fragte ich ihn. Ja, sagte er. Gegen diese Technik ist das was ich mache Chancenlos.”
Das alles war in 20 Minuten passiert.
Dan Inosanto kam zu mir und bedankte sich für diese sehr interessante Vorführung. Alle standen auf und verneigteten sich vor mir.
In diesem Moment ist mir, soviel Respekt entgegengströmt wie nie zuvor!
Thema: Reiseberichte USA `05 | Comments Off | Autor: TK
