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Interview mit Box Europameister Khoren Gevor

Donnerstag, 4. Dezember 2008 11:07

Karl-Heinz Klug

Aus Kampfkunst eZine

Die vakante Europameisterschaft im Mittelgewicht wurde am 28.11.2008 im Duell zwischen Khoren Gevor und Amin Asikainen in der mit 9000 fanatischen Asikainen Fans prall gefüllten Hartwall-Arena in Helsinki mit einem klaren Sieg durch technischen Knock Out für Gevor entschieden. Schon in der ersten Runde ging Amin Asikainen nach einem harten linken Haken zu Boden. In der siebten Runde drehte Khoren Gevor mit einem wahren Schlaghagel auf und brachte den finnischen Volkshelden Asikainen schwer angeschlagen zu Boden. Noch während der Ringrichter nach Asikainens Mundschutz suchte, warf dessen Trainer das Handtuch. Insgesamt gesehen war es ein Kampf auf ausgesprochen hohem Niveau und bis in die letzte Minute spannend und packend für den Zuschauer.

Khoren Gevor kann nun auf einen Titelkampf um die Weltmeisterschaft hoffen. Schon in seinem Kampf am 18.08.2007 gegen Arthur Abraham um die WM Krone lag Gevor lange Zeit in Führung. Trotz seiner ausgezeicheten Kondition und seinem starken Kampfgeist musste sich Gevor wegen eines Treffers dann in der 11. Runde geschlagen geben.

Nun ist ein neuer Kampf um die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht für Khoren Gevor in greifbare Nähe gerückt und in seiner jetzigen Form hat der sympathische Boxer sehr gute Chancen den Titel zu gewinnen und damit seinen Traum zu verwirklichen.

Das Interview wurde am 3. Dezember von Karl-Heinz Klug geführt.

Karl-Heinz:
Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem hervorragenden gewonnenen Kampf um die Krone im Mittelgewicht gegen Amin Asikainen. Amin Asikainen ging schon gegen Ende der ersten Runde nach einem linken Haken zu Boden. Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?

Khoren Gevor:
Vielen Dank. Ich habe gedacht, ich mache es die nächsten Runden weiter, weil es ist meine Chance. Nach meiner Erfahrung wusste ich dieses Mal, dass ich als Aussenseiter und jemand, der nicht zu Hause boxt, nur durch KO gewinnen konnte.

Karl-Heinz: In der sechsten Runde hatten Sie einen Ausrutscher, der als Niederschlag gewertet wurde. Was geht in so einem Moment in einem Boxer vor?

Khoren Gevor: Ich habe versucht cool zu bleiben, mich nicht zu ärgern und bin hart an meiner Linie geblieben. Sonst hätte mir das sehr viel Kraft gekostet.

Karl-Heinz: War Asikainen ein schwer zu boxender Gegner?

Khoren Gevor: Natürlich, er war nicht umsonst Europameister. Er war sehr hart und motiviert. In dritten Runde habe ich seinen perfekten Aufwärtshaken selber gespürt.

Karl-Heinz:
Gab es einem Moment im Kampf, wo Sie wussten, dass Sie gewinnen werden?

Khoren Gevor: Ich wusste vor dem Kampf, dass ich das schaffen kann, weil die wichtigsten Menschen - meine Familie - dabei an meiner Seite waren und die haben an mich geglaubt. Das hat mir sehr viel Stärke und Selbstbewusstsein gegeben.

Karl-Heinz:
Hat Ihr Trainer Fritz Sdunek Sie speziell auf diesen Gegner eingestellt oder sind Sie immer in der Form jeden Gegner anzunehmen?

Khoren Gevor: Selbstverständlich hat Trainer Fritz mich speziell auf den Gegner eingestellt, weil er wusste wer Amin Asikainen ist.

Karl-Heinz:
Ich weiß, dass Sie auch bei Torsten Kanzmeier das sogenannte innere Boxen trainieren. Welchen Einfluß hat Torstens Methode auf Ihren Kampfstil? Ist es schwer seine Methode nachzuvollziehen und in das Boxen zu integrieren?

Khoren Gevor:
Nachvollziehen ist nicht schwer. Nachzumachen ist schwer, weil da muss man sehr viel Zeit investieren. Und im Kampf passiert sehr viel spontan. Von Torsten habe ich sehr viel positive Energie und Einstellung bekommen und bestimmte Körperbeherrschungs-Übungen.

Karl-Heinz:
Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Steht der nächste Gegner schon fest?

Khoren Gevor:
Erstmal in Ruhe Weihnachten und Silvester mit der Familie verbringen und dann mit frischen Kräften ins neue Jahr starten.

Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben und viel Erfolg für die Zukunft.

Thema: Boxer Sondertraining | Comments Off | Autor: TK